Gründung

Erste Versuche

Die ersten Versuche in der alten Schulstadt Fürstenfeld eine Mittelschülerverbindung zu gründen, gehen auf die frühe Nachkriegszeit und konkret auf das Jahr 1948 zurück. Die Freude über das Wiedererstehen Österreichs als eigenständiger, wenn auch vorerst noch nicht als souveräner Staat mag auch den Wunsch im wiedergegründeten MKV in Wien nach neuen Verbindungen in den Bundesländern genährt haben.

Das oststeirische Fürstenfeld hat sich allein deshalb schon als Standort für eine neue Korporation angeboten, weil es ja mit dem im Schuljahr 1909/1910 gegründeten Gymnasium (damals noch als KK Staatsrealschule) über die älteste maturaführende Schule der Oststeiermark und des Südburgenlandes verfügt. Entsprechend groß war der Einzugsbereich dieser traditionsreichen Bildungsstätte, die im Schuljahr 2009/2010 das 100-Jahr Jubiläum ihrer Gründung gefeiert hat. An den gymnasialen Jubiläumsfeierlichkeiten hat sich die RBF übrigens mit der Durchführung des 7. Südostkommerses im Rahmen ihres 52. Stiftungsfestes beteiligt.

 

 

Das Fürstenfelder Gymnasium ist eine der ältesten Bildungsstätten der Steiermark.

 

Warum es letztlich 1948 mit der Gründung einer Verbindung in Fürstenfeld noch nicht funktioniert hat, läßt sich heute nur mehr vermuten. Unter anderem mag die Aufteilung Österreichs unter den vier alliierten Befreiungsmächten nach dem 2. Weltkrieg und der fürchterlichen Nazidiktatur eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben. Weder war ein Überschreiten der verschiedenen Zonengrenzen ganz einfach, noch waren die Verkehrs- und Kommunikationsmittel mit den heutigen auch nur annähernd vergleichbar. Na, und in den Jahren des Wiederaufbaues hatte man wohl auch viele drängendere und wesentlichere Sorgen als die Gründung einer MKV-Verbindung in einer kleinen oststeirischen Bezirksstadt.

Ausschlag gebender Verhinderungsgrund der Gründung einer Gymnasialverbindung in Fürstenfeld zum damaligen Zeitpunkt könnte aber nicht zuletzt das Fehlen von geeigneten Protagonisten vor Ort gewesen sein.

 

 

Styria zu Fürstenfeld?

Genau diese waren aber einige Jahre später vorhanden. 1955 ist Österreich mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages am 15. Mai im Wiener Schloß Belvedere in seiner ganzen Souveränität und Unabhängigkeit wiederhergestellt worden. Kbr. Außenminister Leopold Figl konnte die berühmt gewordenen Worte „Österreich ist frei!“ sprechen. Währenddessen haben sich die in Fürstenfeld maturiert habenden Brüder Hans und Günter Alfons (Maturajahrgang 1953) Gedanken über eine Mittelschüler-Verbindung in Fürstenfeld gemacht. Nach erfolgreicher Absolvierung ihrer Matura waren sie nach Wien an die BOKU gewechselt und in weiterer Folge der ÖCV-Verbindung Nibelungia (NbW) beigetreten. Vom „couleurstudentischen Virus“ infiziert, haben sie es umso mehr bedauert, nicht schon während ihrer Gymnasialzeit Mitglied einer Studentenverbindung gewesen zu sein. Diesem Gedanken entsprechend, haben sie über die Gründung einer MKV-Korporation mit Namen „Styria“ in Fürstenfeld nachgedacht. Das Schwärmen für die Ideen des Farbstudententums sowie das Träumen von einer eigenen Mittelschüler-Verbindung in ihrer alten Schulstadt in der Steiermark nahmen immer konkretere Formen an. Mußten nur noch – wie schon oben angesprochen – die handelnden Personen vor Ort gefunden werden, um nicht wie 1948 Schiffbruch zu erleiden.

Diese Personen vor Ort waren: Der Jus-Student und Neo-ÖCVer bei e.v. K.Ö.St.V. Traungau zu Graz, Max Keimel, sowie der von Bruck/Mur nach Fürstenfeld gewechselte und bei e.v. K.St.V. Stubenberg urkorporierte Dr. Gustav Moczygemba, Direktor des BG/BRG Fürstenfeld.

 

Dr. Gustav Moczygemba vlg. Götz (sitzend der Erste von rechts) im Herbst des Jahres 1957 bei der Publikation der K.Ö.St.V. Riegersburg.

 

Riegersburger Aktive der ersten Stunde.

 

12. Mai 1957

Der Gründungsconvent hat am 12. Mai 1957 im Fürstenfelder Hotel Hitzl stattgefunden. Laut Intention der Gebrüder Hans und Günter Alfons sollte am Ende des Tages eine K.Ö.St.V. Styria zu Fürstenfeld gegründet sein. Als Farben waren Rot-Weiß-Blau beziehungsweise Rot-Blau vorgesehen.

Gekommen ist es dann aber doch etwas anders. Um eine Verwechslung mit der im Jahr 1952 gegründeten Alpinia-Styria Graz zu vermeiden, wurde nach einem anderen Namen gesucht und schließlich in „Riegersburg“ auch gefunden. Auf den Namen Riegersburg hätten die von den beiden Alfons vorgeschlagenen Farben an sich sogar hervorragend gepaßt, finden sich die Farben Blau und Rot doch auch im Wappen der Familie Liechtenstein, die die aktuellen Besitzer der Feste Riegersburg sind.

Letztlich hat der Convent aber die Übernahme der Farben der Ur-Korporation der beiden Alfons-Brüder, der K.Ö.St.V. Nibelungia Wien (NbW), also Weiß-Gold-Grün, beschlossen. Das hatte insofern sogar einen praktischen Nutzen, da die neu gegründete RBF so vier gebrauchte NbW-Fläuse als Geschenk in Empfang nehmen konnte und so sehr rasch in den Besitz von 4 vollständigen Wichsengarnituren gekommen ist. Zum Gründungssenior wurde Max Keimel vlg. Max gewählt, RR Anton Haubitzer wurde gebeten, als Philistersenior die Führung der Altherrenschaft zu übernehmen.

 

Der unvergessene Gründungssenior der Riegersburg Dr. Max Keimel vlg. Dr. cer. Max (+) bei der Feier seines 50. Geburtstages im Jahr 1986.